Der Untergang des Abendlandes

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Der Untergang des Abendlandes
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'Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte
ist das kulturphilosophische Hauptwerk von Oswald Spengler.
Der erste Band Gestalt und Wirklichkeit
wurde von 1918 an in erster und zweiter Auflage im Verlag Braumüller in Wien herausgegeben,
der zweite Band Welthistorische Perspektiven erschien 1922 beim Verlag C.H.Beck in München.
Die weiteren Auflagen seit 1923 revidieren die älteren Teile des Gesamtwerkes in einigen, meist sprachlichen Punkten.
Spengler vergleicht das europäisch-nordamerikanische Abendland
unter kulturmorphologischen Gesichtspunkten mit sieben anderen Hochkulturen.
Er entwirft so das Panorama einer spezifischen Geschichtsphilosophie.
Sie reflektiert die Erfahrungen der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges
und zeigt sich von den revolutionären Begleitumständen der Epoche inspiriert.
Als Philosoph empfiehlt er indes den „Blick auf die historische Formenwelt von Jahrtausenden […]
wenn man wirklich die große Krisis der Gegenwart begreifen will.“
Der Autor war schon 1904 in seiner Dissertation
Der metaphysische Grundgedanke der heraklitischen Philosophie
zu Ansätzen eines Vergleiches gelangt.
Diese Ansätze betrafen bereits die Entwicklung der antiken bzw. der abendländischen Kultur.
Interkulturelle Vergleiche zwischen Ereignissen (auch künstlerischer und geistesgeschichtlicher Art)
waren zu Spenglers Zeit zwar keineswegs neu
und sogar schon in der einflussreichen Geschichtsphilosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels angelegt,
dessen Einfluss auf Spengler nicht zu unterschätzen ist;
aus der Verbindung mit einer eigenen Philosophie
entwickelte Spengler indes bereits in seiner Dissertation –
und jetzt systematisch in seinem Hauptwerk –
ein metaphysisch verwurzeltes System,
welches den Anspruch erhebt,
die gesamte höhere Kulturgeschichte zu erklären
und sogar kommende Entwicklungen vorauszusagen:
In seinem Buch werde „zum ersten Mal der Versuch gewagt,
Geschichte vorauszubestimmen.“
Die Prognose der künftigen Entwicklung des Abendlandes
formuliert die berühmte These des „Untergangs“,
verstanden als notwendiger
und im Grunde „natürlicher“ Abschluss
einer vorausgehenden Blüte- und anschließender längerer Abstiegszeit,
mit nachfolgender charakteristischer „Fellachen-Unkultur“.
Diese Interpretation ersetzt
die vor dem Ersten Weltkrieg
noch weitverbreitete Vorstellung
eines kontinuierlichen und geschichtsnotwendigen Fortschritts der Menschheitsgeschichte.

siehe auch Volker Weiß
"Die autoritäre Revolte:
Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
"