Die Perspektive ist entscheidend

Aus Inrur

mit Ausnahme vom Gott Geschwafel am Ende
und dem üblich unkonkreten "Wir"
eine gute Erkenntnis
TAZ 11. 11. 2004
„Die Perspektive ist entscheidend“
Volker Schlöndorff:

...Die historische Wirklichkeit – die gibt es ja gar nicht, die ist ja sowieso eine Fiktion.
Selbst wenn damals zufällig eine Kamera mitgelaufen wäre,
würde diese Kamera Filmbilder zeigen, nicht die Wirklichkeit.
Wir kennen ja Bilder aus den KZs,
die von den Nazis beziehungsweise von den Alliierten bei der Befreiung gedreht worden sind,
und wir wissen, dass jedes einzelne dieser Bilder mit Vorsicht zu genießen ist.
Ist das ein Filmbild? Ist das die Wirklichkeit?
Ich habe so viel Literatur verfilmt und mich so oft mit Schriftstellern auseinander gesetzt,
dass ich eines begriffen habe: Das Entscheidende ist die Erzählperspektive.
Wer erzählt, und was hat er gesehen?
Alles hat nur der liebe Gott gesehen. Und der hat keine Kamera....'