Antisemitismus (nach 1945)

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Antisemitismus

Antisemitismus (nach 1945)
in der deutschsprachigen wikipedia

Antisemitismus bezeichnet seit 1945 keine politisch organisierte Massenbewegung und staatlich propagierte und vollstreckte Ideologie mehr,
wie sie sich bis 1945 entwickelt hatte.
Gleichwohl existieren Judenhass, rassistische und antisemitische Vorurteile auch nach dem Holocaust.

Zwei Antisemitismusforscher schrieben 1985 dazu,

„daß selbst die monströsen Konsequenzen des ‚Antisemitismus an der Macht‘ nicht die Weiterexistenz antisemitischer Stereotypen verhindert [haben].
Ohne die von gewalttätigen Randgruppen ausgehende Gefahr verkleinern zu wollen,
scheint die Verbreitung eines Antisemitismus im Zustand der Latenz das Hauptproblem darzustellen.“

– Herbert A. Strauss, Norbert Kampe: Antisemitismus. Von der Judenfeindschaft zum Holocaust[1]
Diese Einschätzung hat sich seit den Anschlägen vom 11. September 2001 verschärft und zu einer neuen Antisemitismusdebatte geführt.[2]
Dieser Begriff steht dabei weiterhin für Formen pauschaler Judenfeindlichkeit,
deren Vertreter Juden mit lange überlieferten und eingeübten Klischees und Stereotypen als übermäßig einflussreiches Kollektiv betrachten,
für alle möglichen negativen Zeiterscheinungen verantwortlich machen und so bedrohen.

Öffentliche antisemitische Hetze gegen Juden und andere Minderheiten ist in einigen Staaten strafbar,
in Deutschland etwa als Volksverhetzung, in Österreich als Verhetzung bzw. NS-Wiederbetätigung
oder in der Schweiz als Rassismus.