Hofgeismarer Kreis

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Hofgeismarer Kreis
in der deutschsprachigen wikipedia

Der Hofgeismarer Kreis war von 1923 bis 1926 eine Gruppe von national gesinnten Jungsozialisten.

Er wurde Ostern 1923 – unter dem Eindruck der belgisch-französischen Ruhrbesetzung (Peter Brandt: Vaterlandslose Gesellen? – Die Haltung der deutschen Sozialdemokratie zur nationalen Frage seit der Herausbildung der Partei im 19. Jahrhundert. (2001) In: Soziale Bewegung und politische Emanzipation. Dietz, Bonn 2008, S. 385–401, auf S. 390.) – auf einem Jungsozialistentag in Hofgeismar gegründet.
Ein „Hannoveraner Kreis“ bildete sich nach dieser ersten Tagung als Gegensatz aus ihm heraus.
Der Hofgeismarer Kreis wandte sich gegen den marxistischen Internationalismus und strebte einen Sozialismus im nationalen Rahmen an.

Ende 1924 kam Ernst Niekisch mit dem Kreis in zeitweise enge Verbindung, (Manfred Behrend: Rezension zu Michael Pittwald: Ernst Niekisch. Völkischer Sozialismus, nationale Revolution, deutsches Endimperium. Website glasnost.de. ) aber bei seinem vom marxistischen Flügel betriebenen Parteiausschluss 1926 folgten ihm nur die beiden Dortmunder Benedikt Obermayr und Heinz Baumeister.
Niekisch trat in die Alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands (ASPD) ein, wie auch August Winnig. (Otto Ernst Schüddekopf: Nationalbolschewismus in Deutschland 1918–1933. Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1972, S. 369 und vor allem S. 534.)

Weitere bekannte Teilnehmer der 1923er Tagung unter dem Motto „Dienst an Volk und Staat“ waren: Franz Osterroth und August Rathmann aus dem Rhein-/Ruhrgebiet, Alma de l’Aigle, Gustav Dahrendorf und Theodor Haubach aus Hamburg sowie Walther G. Oschilewski, Otto Bach und Robert Keller aus Berlin.
(Otto Ernst Schüddekopf: Nationalbolschewismus in Deutschland 1918–1933. Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1972, S. 146–152.) Zu ihnen sprachen bekannte sozialistische Publizisten und Wissenschaftler wie Hermann Heller, Gustav Radbruch, Eduard Heimann, Hugo Sinzheimer, Gustav Warburg sowie Heinrich und Gustav Deist.
Im August 1924 trennten sich die konsequenten Marxisten ab und bildeten den Hannoverschen Arbeitskreis.

Weitere Namen im Zusammenhang mit dem Kreis sind Werner Jacobi, Walter Kolb, Carlo Mierendorff, Fritz Steinhoff und Karl Bröger.
Der Nationalrevolutionär und spätere Historiker des Nationalbolschewismus Otto-Ernst Schüddekopf nennt Artur Zickler und Hans von Eckhardt aus Hamburg neben Niekisch als extreme Ideologen des Kreises.

Nach Angabe von Peter Cardorff löste sich der Kreis 1926 auf, um sich die Möglichkeit offen zu halten, weiterhin an der sozialdemokratischen Bewegung teilhaben zu können.
Der sich herausbildende rechtsaktivistische Flügel der Partei sei in inhaltlicher wie personeller Hinsicht als Fortführung des Hofgeismarer Kreises zu bewerten. Dieser Parteiflügel organisierte sich ab 1930 um die Zeitschrift Neue Blätter für den Sozialismus, zu deren Herausgeberkreis u.a. Paul Tillich und August Rathmann gehörten. Bekannte Persönlichkeiten wie Henrik de Man und Carlo Mierendorff gehörten zum redaktionellen Beirat der Zeitschrift. (Peter Cardorff: Studien über Irrationalismus und Rationalismus in der sozialistischen Bewegung. Über den Zugang zum sozialististischen Handeln. Hamburg 1980, S. 86.)

Jüngere Vergangenheit

1992 trafen sich ein paar Dutzend junge Sozialdemokraten auf dem geschichtsträchtigen Schloss Windischleuba in Thüringen, um an die Tradition des Hofgeismarer Kreises anzuknüpfen. Führend waren dabei der damalige Leipziger Jusovorsitzende und Junge-Freiheit-Autor Sascha Jung, Bernd Rabehl und Tilman Fichter. (Steven Heimlich: Geschichtsrevisionismus als Instrument der „Neuen Rechten“ am Beispiel der 68er-Bewegung. Magisterarbeit, Universität Oldenburg 2008, S. 24.) Nach zahlreichen Protesten aus verschiedenen Gremien von Jusos und SPD sprach die Partei gegen Jung ein einjähriges Funktionsverbot aus.
Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Münchener Burschenschaft Danubia wurde er 2006 aus der SPD ausgeschlossen, wobei ein ordentliches Parteigerichtsverfahren nicht stattfand, sondern er vielmehr von der Mitgliedsliste gestrichen wurde.
Er klagte dagegen und gewann in der Berufungsinstanz vor dem LG Berlin rechtskräftig. (Jan Bielicki: „Wir wollen ihn los sein.“ Prozess um rechtsextremes Mitglied. In: Süddeutsche Zeitung, 16. Juli 2007) Kurz darauf erklärte er im Juni 2007 seinen Austritt und begründete diesen mit einem „Anpassungskurs Richtung Antifa“. (http://www.akademische-freiheit.de/Archiv/austritt.html) 2001 distanzierte sich die Leipziger SPD vom 1992 gegründeten Hofgeismarer Kreis der Jusos und forderte dessen Mitglieder auf, aus dem Verein auszutreten. Andernfalls drohten Parteiverfahren.
Das betraf unter anderen Heiko Oßwald und Harald Heinze. Ersterer erklärte, er werde der Aufforderung folgen. (Leipziger Volkszeitung, Ausgabe Leipzig, 20. Dezember 2000.)

Literatur

  • Peter Kratz: Rechte Genossen. Neokonservatismus in der SPD. Berlin 1995.
  • Stefan Vogt: Nationaler Sozialismus und Soziale Demokratie. Die sozialdemokratische Junge Rechte 1918–1945. Dietz, Bonn 2006, ISBN 3-8012-4161-0.

APABiZ:
Profil: Hofgeismarer Kreis der Jungsozialisten Deutschlands

Der Hofgeismarkreis der Jungsozialisten
Hauptseminararbeit, 2003, 23 Seiten
Autorin: Kristin Klan:
grin.com rin.com / hausarbeiten.de

BIFFF: Dieses Flugblatt erschien 1993
"Heil!"-Rufe und "Deutschland über alles"-Gesänge in der SPD
zu Anfang der 90er Jahre:
Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierte Fascho-Treffen
Faschistische Jusos hetzen gegen Ausländer
- "Baracken"-Angestellter unterstützt sie

BIFFF: Peter Kratz:
"Rechte Genossen. Neokonservatismus in der SPD", Kapitel 4
4. "Es lebe Deutschland!"
Nationalrevolutionäre Agitation im Zentrum der SPD

bifff: Friedrich-Ebert-Stiftung finanzierte Fascho-Treffen

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