Jens Diederichs

Aus Inrur

Renegat

1987 bis 1990 SED
2011 bis 2014 SPD
Juni 2014 bis Juni 2017 AfD
seit 13. Juni 2017 CDU Hospitant


Jens Diederichs
in der deutschsprachigen wikipedia

(* 15. November 1963 in Wismar)
ist ein deutscher Politiker (SED, SPD, AfD, CDU)
und Abgeordneter im Landtags von Sachsen-Anhalt.

2017

„Eine Schande für die CDU“
Fraktion soll Ex-AfD-Politiker Diederichs ausschließen

Von Anke Losack 30.10.17, 16:55 Uhr

https://www.mz-web.de/28742140

Eisleben/Hettstedt

Der Name Jens Diederichs ist für Siegfried Schwarz ein rotes Tuch.
„Ich wollte ihn gar nicht so oft erwähnen“,
meinte der Christdemokrat in seiner Rede beim Parteitag des CDU-Kreisverbandes.
Doch kam der ehemalige AfD-Politiker wieder und wieder darin vor.

„Fast rechter als Poggenburg“ sei Diederichs im Landtagswahlkampf 2016 gewesen,
habe „keinen politischen Anstand“, sei „eigentlich ein Skandal“, so Schwarz.
Dass genau dieser Diederichs in der CDU-Landtagsfraktion als Hospitant
eine neue politische Heimat gefunden hat,
macht den Gerbstedter wütend: „Das ist eine große Schande für die CDU.“
Schwarz, fast 42 Jahre in der Union,
fordert von der Landtagsfraktion den Ausschluss Diederichs.
Und er hat dabei den CDU-Kreisverband geschlossen hinter sich.
instimmig wurde ein entsprechender Antrag auf dem Parteitag angenommen.

CDU-Landtagsfraktion gegen Aufnahme von Ex AfD-Politiker Jens Diederichs

Diederichs hat im Juni dieses Jahres
sowohl die AfD-Fraktion als auch die Partei verlassen.
Er begründete seinen Austritt mit einem „Rechtsruck“ der Fraktion und des Landesverbandes.
Sein Landtagsmandat gab er nicht ab,
sondern trat an die CDU-Fraktion mit dem Wunsch heran,
in ihre Reihe wechseln zu können.

Wie André Schröder, Mitglied der CDU-Landtagsfraktion
und stellvertretender Landesvorsitzender der Union, beim Kreisparteitag erklärte,
habe er den Kreisvorstand nach der Meinung zu einer Aufnahme Diederichs gefragt.
Diese sei „einhellig“ dagegen gewesen.
„Danach habe ich mein Stimmverhalten ausgerichtet“, so Schröder.
Die Fraktion hat mehrheitlich aber anders entschieden.
Schröder verwies auf die Satzung, die es möglich macht,
fraktions- und parteilose Abgeordnete mit Hospitantenstatus in die eigenen Reihen aufzunehmen.
Siegfried Schwarz: „Fraktion hat mit der Aufnahme Diederichs einen Fehler gemacht“

„Wir brauchen nicht darüber reden, welche Rechte die Fraktion hat“,
meinte der CDU-Kreisvorsitzende Danny Kavalier.
Er bezeichnete das Verhalten der Fraktion
„spiegelbildlich für den Umgang mit der Basis und spiegelbildlich dafür,
warum wir diesen großen Vertrauensverlust haben -
deshalb haben wir Wahlen in großen Teilen verloren.“
Den Unterschied zwischen einem Hospitanten in der CDU-Landtagsfraktion
und einem tatsächlichem CDU-Mitglied sei nur schwer nach außen vermittelbar.
Der Kreisverband regte in seinem Antrag an die Fraktion darum auch an,
die Satzung hinsichtlich der Aufnahme neuer Mitglieder
und insbesondere des Hospitantenstatus zu überarbeiten.

Als Hospitant der CDU habe Diederichs sein Verhalten nicht geändert,
sagte Schwarz und brachte das Beispiel an,
dass dieser den Heiligenthaler Ortsbürgermeister Manfred Ahlfänger,
der auch CDU-Mitglied ist, jüngst öffentlich diffamiert
und dessen Rücktritt gefordert habe.
„Mit einem Jargon, den ich in der CDU
in meinen vielen Jahren noch nie gehört habe“, so Schwarz,
„wenn das die Landtagsfraktion nicht hört,
dann sind die Mitglieder wahrscheinlich nicht nur auf einem Ohr taub,
sondern sogar auf zweien.“
Seiner Meinung nach hat die Fraktion mit der Aufnahme Diederichs einen Fehler gemacht,
zu dem man stehen sollte.
Ein Ausschluss des ehemaligen AfD-Politikers „wäre wirkliche Stärke“, meinte Schwarz.

„Ich kann nicht zusichern, dass ich der Forderung des Kreisparteitages
zum Erfolg verhelfen kann“, so der Landtagsabgeordnete Schröder.
Es bedarf einer Zweidrittel-Mehrheit in der Fraktion, um ein Mitglied auszuschließen. (mz)

Klare Kante gegen Jens Diederichs
Kommentar zur Ablehnung der Kreis-CDU

Mitteldeutsche Zeitung 30.10.17, 16:55 Uhr

https://www.mz-web.de/28742136

Der Tagesspiegel 31.08.2017 10:35 Uhr
Rechtsruck
Warum AfD-Politiker ihre Partei verlassen

von Maria Fiedler

Jens Diederichs trat in die AfD ein, weil er glaubte, sie tue etwas „für die eigene Bevölkerung“.
Er hat dann erlebt, wie seine Partei sich plötzlich gegen ihn selbst wandte. Unser Blendle-Tipp.

Jens Diederichs verärgert CDU
Annonce des Ex-AfDlers irritiert Christdemokraten

Von Fabian Wagener Mitteldeutsche Zeitung 05.08.17, 15:00 Uhr

https://www.mz-web.de/28119538

Eisleben/Hettstedt

Es dürfte nicht allzu oft vorkommen, dass CDU-Mitglieder bei der Lektüre einer Wahlanzeige erschrecken,
über der das Kürzel der eigenen Partei steht.
In Mansfeld-Südharz aber ist genau das der Fall.
Der Grund: Dort hat sich der umstrittene ehemalige AfD-Politiker Jens Diederichs
in einem Anzeigenblatt zu Wort gemeldet,
unter dem Logo der CDU und Schriftzug „CDU-Fraktion im Landtag“.
Diederichs gibt in Annonce bekannt, dass er Wahlkreisbüro in Hettstedt eröffnet

Hiesige CDU-Politiker sind auf Diederichs jedoch nicht gut zu sprechen:
Die Entscheidung der CDU-Landtagsfraktion, den 53-Jährigen nach seinem Austritt aus der AfD im Juni in die eigenen Reihen aufzunehmen,
hatte unter Christdemokraten im Mansfelder Land
für einen Sturm der Entrüstung gesorgt -
hatte Diederichs als AfD-Direktkandidat bei der Landtagswahl doch Wahlkampf gegen die Union gemacht.

Und nun also die Annonce.
Darin gibt Diederichs, der kein CDU-Mitglied ist,
unter anderem bekannt, dass er zum 1. September ein Wahlkreisbüro in Hettstedt eröffnet.
Sein Büro in Eisleben gebe er auf, sagte er der MZ.
Die Räumlichkeiten seien einfach zu groß und zu teuer.

Es ist allerdings nicht die Büro-Eröffnung, die Unmut an der CDU-Basis auslöst,
wie CDU-Kreischef Danny Kavalier sagt.
Vielmehr sei es die Tatsache, dass Diederichs unter dem Logo der CDU auftrete.
„Das hat sehr viele irritiert“, so Kavalier.
Die Parteibasis fasse die Anzeige so auf, als wolle Diederichs „auf der Welle der CDU reiten“.
Manche glaubten, dass hier schon der Kandidat für die nächste Wahl aufgebaut werde.

Auch der Christdemokrat Benjamin Quenzel zeigt sich irritiert.
Es sei verwunderlich, dass Diederichs als Gastmitglied der CDU-Landtagsfraktion deren Wappen verwende.
„Ich möchte als stellvertretender Kreisvorsitzender klarstellen,
dass Herr Diederichs nicht für die CDU spricht“, so Quenzel.
„Als ein Offizierschüler mit SED-Vergangenheit und jemand, der im Jahr 2016 über einen Schießbefehl auf Flüchtlinge nachgedacht hat,
ist Diederichs in einer christlichen Partei wohl ohnehin nicht richtig aufgehoben.“

Jens Diederichs versteht Ärger um Annonce nicht

Diederichs selbst kann den Ärger über seine Anzeige nicht verstehen.
„Ich bin nun einmal in der CDU-Fraktion und darf das Logo verwenden“, sagt er.
Außerdem müsse die Anzeige auch im Sinne der CDU sein, wollte er neben der Bekanntgabe des Büro-Umzugs doch auch Stellung beziehen gegen den Auftritt des AfD-Politikers Björn Höcke, der am Donnerstag in Helbra zu Gast war. In der vorher veröffentlichten Anzeige schreibt Diederichs unter anderem, dass es „Gäste“ gebe, die es einem schwer machten, sie zu mögen, da sie „unsere Gastfreundschaft ausnutzen wollen“. Noch weniger aber „mögen wir Menschen, die uns mit verquasten Worten nationale Gesinnung gut reden wollen“ - damit, so Diederichs, wollte er indirekt seine Meinung zum Höcke-Besuch ausdrücken.

Dass dies zu mehr Verständnis aufseiten der Kreis-CDU führt, scheint indes mehr als fraglich. In der Aufnahme Diederichs in die Landtagsfraktion sehe der Kreisverband jedenfalls in keiner Weise einen Automatismus, der zum Eintritt in die Partei führe, so Kavalier. Im Gegenteil: „Eine Aufnahme in die Partei wird es nicht geben“. Dafür seien die Verletzungen im Wahlkampf einfach zu groß gewesen. Wie Diederichs, der bereits Mitglied in SED, SPD und AfD war, sagt, stehe ein Eintritt in die CDU im Moment für ihn nicht zur Debatte. Er wolle einfach seine Parlamentsarbeit gut machen. Was in einigen Jahren sei, wisse er heute noch nicht. (mz)

Jens Diederichs
Ehemaliger AfD-Abgeordneter darf in CDU-Fraktion mitarbeiten

Mitteldeutsche Zeitung 13.06.17, 17:55 Uhr

https://www.mz-web.de/27790072